WVM Newsletter 02 / 05. September 2013

DAS BAUTEIL DER WOCHE

In der Rubrik „Das Bauteil der Woche“ wird ein Exponat aus dem aktuellen Rekonstruktionsversuch der Berliner Weltverbesserungsmaschine vorgestellt bzw. Alternativen oder Erweiterungen präsentiert.
 

Liegendes Kalb, Anfang des 3. Jahrtausends v. Chr. aus Uruk, Kalkstein, ca. 3 cm, Identifikationsnummer: 14536, © bpk / Vorderasiatisches Museum, SMB / Olaf M. Teßmer.
 
LIEGENDES KALB
 
Das Liegende Kalb ist ein Bauteil für die Berliner Weltverbesserungsmaschine. Es gehört zum Subsystem „Grundbedürfnisse“. WVM-Identifikationsnummer: 1 von 70.
 
Das Liegende Kalb stammt aus Uruk. Es entstand zu der Zeit, als Gilgamesch den Himmelsstier tötete. Die Legende spiegelt den menschlichen Versuch, die Natur bedingungslos zu unterwerfen. Das zahme und unschuldige Kälbchen ist die Grundlage der Zivilisation. Denn das Rind gibt Blut, Milch und Fleisch, als Zugtier kommt es in der Landwirtschaft zum Einsatz. Gleichzeitig steht der Stier für Potenz und Wildheit. So symbolisiert das Kälbchen die Zivilisation – aber auch ihr Gegenteil, denn es kann zu einem wilden, zerstörerischen Stier heranwachsen.
 
Das Liegende Kalb ist nur noch bis Sonntag, den 8. September 2013 in der Ausstellung URUK. 5000 Jahre Megacity im Pergamonmuseum zu sehen. Also: Schnell noch das Kälbchen und die sehenswerte Uruk-Ausstellung besuchen.
 
Weitere Informationen zum Liegenden Kalb, Gilgamesch und Uruk finden sie im Vorderasiatischen Museum, das im Pergamonmuseum beheimatet ist – oder in Friedrich von Borries/ Moritz Ahlert/ Jens-Uwe Fischer (Hg.): Die Berliner Weltverbesserungsmaschine. Die Rekonstruktion einer abstrakten Imagination, Kritische Schriftenreihe zur Weltverbesserung, Bd. 2, Berlin: Merve Verlag, 2013.
 

KOMMENTARE ZUR WELTVERBESSERUNG

Wir sind an Ihrer Meinung interessiert. Wissen Sie mehr über die Weltverbesserungsmaschine oder kennen Sie weitere Kunstwerke oder Artefakte, die Teile der Berliner Weltverbesserungsmaschine sein sollten? Schreiben Sie uns: post@berliner-weltverbesserungsmaschine.de Alle Zuschriften werden veröffentlicht.
 
BETREFF: WELTVERBESSERUNG
 
Datum: 23. August 2013 10:07:51 MESZ
 
Verbot der Waffen- und Luxusgüter-Produktion!
 

WAS SONST NOCH PASSIERTE

matzon-pyramide

Àkos Matzon, „Pyramide“, 2010, © Moholy-Nagy Galerie im .CHB
 
Ein neuer Hinweis.
 
Wie in der Begleitpublikation „Die Berliner Weltverbesserungsmaschine. Eine Geschichte des fortwährenden Scheiterns“ dargelegt, spielt die Pyramide als Superform und Gedankengebäude der Weltverbesserung eine herausragende Rolle – von der Stufenpyramide in Babel, über die Eingangspyramide des Louvre, Paris bis hin zum pyramidenförmigen Luxor Hotel und Casino, Las Vegas.
 
Doch nicht nur in den globalen Zentren – in den Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich und Russland –, wurde und wird mit pyramidalen Weltverbesserungsmaschinen experimentiert. Nun machte man uns auch auf die Pyramiden des aus Ungarn stammenden neo-konstruktivistischen Malers Àkos Matzon aufmerksam. Arbeitet(e) man vielleicht auch in Ungarn an einer eigenen Weltverbesserungsmaschine?
 
Vielleicht kann die Ausstellung NONFIGURATIO. Zweidimensionale Plastik von Àkos Matzon, die vom 21. September bis 3. November 2013 in der Moholy-Nagy Galerie zu sehen sein wird, erste Antworten auf diese spannende Frage geben. Neben Pyramiden werden auch andere malerisch-skulpturale Experimente des Künstlers gezeigt.
 
Vernissage: 20.09.2014, 19:00 Uhr, Studio der Moholy-Nagy Galerie in Collegium Hungaricum Berlin, Dorotheenstraße 12, 10117 Berlin.