Geschichte

Seit dem 17. Jahrhundert gibt es in verschiedenen europäischen Metropolen (damals v.a. in Paris und London) den geheimen Plan eine Weltverbesserungsmaschine zu errichten. Diese basiert auf der Annahme, dass die richtige Anordnung von bestimmten Kunstwerken und Artefakten in einer bestimmten architektonischen Ideal- und Superform eine mächtige Kraft freisetzen würde. Diese Idee beflügelte aufklärerische Weltverbesserungsansprüche genauso wie absolutistische Machtfantasien. Auch der preußische Staat wollte im europäischen Wettbewerb nicht zurückstehen und gründete deshalb die Akademie der Künste (1696) und die Akademie der Wissenschaften (1700).
 
Mit der Errichtung des Königlichen Museums im Jahre 1830 (Heute: Altes Museum) brachen gute Zeiten für die Realisierung der Weltverbesserungsmaschine an. Während die Akademien sich verstärkt der wissenschaftlichen und künstlerischen Forschung an der abstrakten Maschine widmeten, sammelten die Museen die nach damaligem Verständnis für den Bau der Maschine infrage kommenden Kunstwerke und Artefakte. Aus aller Welt und allen Zeiten wurden nach und nach künstlerische und kulturhistorische Artefakte nach Berlin gebracht, um aus ihnen die Berliner Weltverbesserungsmaschine zusammenzusetzen. Immer mehr Bauteile wurden gesammelt, für die wiederum neue Museen errichtet wurden.

 

Doch die Weltverbesserungsmaschine wurde niemals realisiert. Seit dem 19. Jahrhundert konzentrierten sich die Wissenschaftler auf pragmatische Weltverbesserung. Statt an einer abstrakten Maschine zu forschen, setzte man auf den Bau großer technischer Systeme zur Verbesserung der Lebenswelt: Kanalisation, Fabriken, Flugzeuge …

 

Aber Industrialisierung und Massenkonsum führten nicht zu der erhofften „besseren Welt“. Noch immer gibt es Hunger, Krieg und soziale Ausgrenzung. Vielleicht kann uns die Berliner Weltverbesserungsmaschine heute neue Antworten geben.